Montag, 11. Juni 2007

Der kleine Lemming

Ich hatte heut nachmittag erst einmal ein längeres Telefonat mit der BienenMama, weil wir uns erst einmal gegenseitig unsere Herzen ausschütten mussten. Da das Schlafzimmer im Moment der kühlste Raum unserer Wohnung ist, saß ich mit dem Wutz auf dem Bett und ließ ihn ein wenig auf selbigem herumturnen. Er ist ja jetzt schon ganz flott am robben und entdeckte prompt den Bettrand für sich (den Bettrand also, wo jetzt keine Holzwand mehr ist). Die Tatsache, dass da nun also keine Holzwand mehr ist, hat ihn erst einmal sehr erstaunt, er musste es mitteilen und machte prompt sein spitzes kleines Forschermäulchen. Und dann wollte er sich in die Tiefe stürzen. Ich verhinderte dies natürlich. Ich bin ja schließlich eine gute Mutter und so. Das fand er gar nicht nett. Nach einigen vereitelten Sturzversuchen wurde er sehr missmutig, er ließ sich gar nicht richtig von seinem wagemutigen Vorhaben abbringen oder ablenken.

Also, vor ein paar Wochen konnte man ihn irgendwo ablegen, da blieb er auch. Nun versucht er, sich vom Bett zu stürzen. Hmpf!

Ich bin auf die Idee gekommen, dass ich ihn dann ja am besten gleich auf den Boden legen könnte. Gesagt getan. Das fand der Wutz prima. So eine lustige Perspektive, alles kann man von unten anschauen. Er verschwand zunächst einmal unter dem Bett (muss ich mir merken, falls ich ihn einmal suche, dass er gerne unter dem Bett ist) und amüsierte sich noch eine ganze Weile auf dem Schlafzimmerfußboden.

Dabei fiel mir auf, dass er irgendwie versucht, ein paar Lernschritte zu überspringen. Ich habe es bei vielen Kindern so beobachtet, wenn sie Krabbeln lernen: Sie haben irgendwann den Dreh raus, dass sie auf allen Vieren bzw. auf den Knien hocken. Und weil sie sich noch nicht trauen, die Hände vom Boden zu entfernen, wiegen sie sich ganz seltsam hin und her. Und ein paar Tage oder Wochen später (je nach Temperament des Kindes) geht es mitmal los, Händchen für Händchen erobern sie sich vorwärts oder rückwärts ihre Welt.

Nicht so der Wutz. Der ist wohl etwas schmerzunempfindlicher. Der Wutz nimmt seine Hände jetzt schon hoch, nachdem er gestern den Vierfüßler für sich erfunden hat. Er kann sich natürlich noch gar nicht halten, aber wenn er auf die Nase fällt, bringt ihn das ja auch voran. Er krabbelt also nicht, er - hm, wie kann man das jetzt nennen? Er päpstelt? Er küsst den Boden eines jeden Zimmers, dass er neu bepäpstelt? Ich weiß auch nicht. Ist jedenfalls lustig anzusehen und überhaupt.

So, das wars aber nun für heute!

Kommentare:

Susi Sonnenschein hat gesagt…

Tage, Wochen, Monate...beim Eumel dauert es Monate. Er kommt nicht vorwärts und es nervt langsam. Vor allem, weil er jammert und trotzdem kein Interesse daran hat, vorwärts zu kommen. Denn Robben - so mußte ich erstaunt beobachten - kann der Eumel, wenn er will. Aber er will meist nicht. Verstehe das einer...Aber päpsteln macht Eumel auch. Ist ja auch Ehrensache, daß man dem Namensvetter alles nachmacht. Manchmal macht er das so gut, daß ich eigentlich nicht mehr wischen müßte ;-)

Giftzwerg hat gesagt…

*lach* ein sehr vornehmer kleiner Wutz also!

Schlumpfine hat gesagt…

Da hat dein Wutz ja mal wieder einen kleinen Entwicklungsturbo hingelegt. Schön!

Moritz Papa hat gesagt…

Er päpstelt? Das ist die originellste Fortbewegungsmethode, von der ich jemals gehört habe. :-D

Anne hat gesagt…

=:-))))...wie lustig. Das würde ich ja nun allzu gern mal mit anschauen, des Wutzens Bodenküsschen. Ich finde, das schreit förmlich nach einem FOTO!

Rosa hat gesagt…

@Susi, der Wutz ist jetzt auch in den Ben-Zustand übergegangen. Er päpstelt ein wenig auf dem Boden rum und jault, dass er nicht schneller von A nach B kommt. Oder dass er Umwege über X,Y und das Gefängnis unterm Bett nimmt.
@Giftzwerg, naja, vielleicht ist er so vornehm, weil der kleine Kaiser ihn angesteckt hat ;-)
@Schlumpfine, Du kennst ihn ja, er macht selten so allmähliche Entwicklungsschübe, er macht Wutzhopse!
@Moritz Papa, das kann man irgendwie nicht anders ausdrücken als päpsteln :-)
@Anne, ich versuch es immer schon, aber wenn ich mit dem Photoapparat komme, dann legt er sich auf den Rücken und lächelt lieblich :-)