Dienstag, 21. August 2007

Was ist Schlaf?

Ich habe den Wutz jetzt fast neun Monate fast ausschließlich gestillt. Ich habe ihm den Magen nicht mit irgendwelchen Breichen vollgestopft, die ihn besser schlafen lassen. Ich habe das voller Überzeugung getan. Es war sehr anstrengend.

Die letzte Nacht hat mich dazu gebracht, dass ich heute beim Budni-Markt vor den Regalen stand und mir die Gläschen und Schächtelchen mit Gute-Nacht-Brei-Variationen in Schoko, Früchte-Allerlei usw. gründlich anschaute. Wie schön wäre es, wenn ich über meinen Schatten springen könnte und dem Wutz zur Nacht das Bäuchlein vollmampfen könnte, damit er SCHLAFEN würde, damit ich schlafen würde ...

Die letzte Nacht hat mir gezeigt, dass ich irgendwie mit meinen Kraftreserven nicht mehr lange hinkomme.

Aber nehmen wir es mit Humor oder so, was soll ich denn mit soviel Schlaf anfangen? Das wird doch alles übertrieben, dahinter steckt doch eine Industrie, die einem einreden möchte, dass man unbedingt Schlaf braucht.

Hmpf!

Der Wutz hatte im Urlaub so Tage bzw. Nächte, an denen er es gar nicht abkonnte, wenn er zubedeckt war, wenn ich mit ihm zum einschlafen oder nachts im Familienbett kuschelte. Er wollte für sich (mitten auf der Matratze, die ich mit ihm teilte) einschlafen und liegen, bitte unbedeckt und unbekuschelt. "Distanz, Mama, Distanz" schien er sagen zu wollen :-) War teilweise recht unbequem, weil er doch recht viel Platz einnahm für so einen kleinen Fuzzi. Da konnte ich mich ja freuen, dass ich ihm zu Stillen dann doch noch mal auf die Pelle rücken durfte, aber danach "Distanz, Mama, Distanz" ...

In der letzten Nacht wollte der Wutz vor allem eines: Brust und Nähe. Schlafen? Nebensache. Bei Brustentzug Heulalarm. Also hab ich ihn die ganze Nacht hindurch gestillt. Dabei fielen sogar ab und an immer mal wieder ein paar handliche Zwanzig-Minuten-Schlaf-Blöcke für die liebe Mama ab, die idyllisch untermalt wurden von den liebevollen Schnarch Grunz *grummel* Dingslauten des lieben Vaters.

Um es kurz zu sagen: Ich habe in der letzten Nacht mal wieder fast gar nicht geschlafen, und ich kann das irgendwie nicht mehr so lange so :-/

Trotzdem will ich dem Wutz dann doch keinen Gutenachtbrei kaufen. Er schläft jetzt unter Beigabe von ein paar Zahnungsmedikamenten, denn ich kann den kleinen Kerl ja verstehen, er bekommt grade drei Zähne auf mal und macht dann noch im Moment so rasante Entwicklungssprünge durch, da könnt ich wohl auch nicht richtig schlafen.

Möge die nächste Nacht dann aber doch bitte mal besser werden :-)

Kommentare:

annschn hat gesagt…

Ich glaube, mit den Breien schlafen die wenigsten Kinder besser. Entweder sie können schon durchschlafen, dann tun sie das auch ohne Brei. Oder aber sie können es noch nicht, dann nützt auch der Brei nix.
Marissa ist noch nachts aufgewacht, da gab's schon Brot zum Abendessen. ;o)
Ich denke eher, der Wutz hat sich an die Vielstillerei gewöhnt. Er kann definitv _nicht_ die ganze Nacht Hunger gehabt haben. Zweistündlich? Ja, Wachstumsschub. Stündlich? Wegen mir - wenn's ne Ausnahme ist - Wachstumsschub. ;o) Aber die ganze Nacht??? Nee! Nie! Das glaub' ich einfach nicht.
Nimmt der Wutz denn keinen Schnuller?

Mini's Ma hat gesagt…

Der einzige Trost ist, dass sie immer weiter wachsen und eines Tages nur noch alleine essen und einen nicht mehr so viel von der eigenen Nachtruhe kosten. Dann muss man nur noch mal raus, wenn sie schlecht träumen oder so.

Die Zeit ist für uns.

Rosa hat gesagt…

Wir haben ja auch schon Hirsebrei zum Abendessen, aber obwohl da Frucht mit drin ist, fruchtet das nichts ...

Er hat auch nicht hungrig gestillt, das war eher so ein Nuckel-Nähe-Stillen.

Schnuller ist bei ihm eher etwas für Action. Da wird dann dran gekaut und geknabbert, und der wird weit und hoch und weggeworfen. Aber nicht als Einschlafhilfe benutzt.

*grummel*

Susi Sonnenschein hat gesagt…

Ich weiß nicht, ob es dich tröstet, aber hier gehts auch nicht viel anders zu. Dauerstillen, Zahnen, Entwickeln, dazu noch Pupseritis. Teilweise dann nch alle zwei Stunden raus aus dem Bett und herumtragen bis Mössjöh wieder geruhte, halbwegs einzuschlafen. Ich hab keinen Bock mehr. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Brei nützt nix. Ben hat da auch nicht länger geschlafen.
Ich glaube, da hilft alles nichts: entweder Schlafprogramm oder Augen zu und durch.
Ich hoffe nur, die Phase ist bald vorbei. Und bis dahin hilft nur: von Rache träumen.

Yvonne hat gesagt…

Das letzte Mal wollte ich Finnley tatsächlich eine Flasche andrehen. Pffff, da habe ich aber die Rechnung ohne Monsieur gemacht! Immerhin ist der Frühstücksbrei dabei rausgesprungen und nun stille ich nur noch 2-3 mal (abends und nachts).

Großstadtpflanze hat gesagt…

Als Becki mit knapp einem Jahr anfing, Beikost zu essen, hatte das auf ihren Stillrhythymus keinerlei Einfluss. Der blieb weiter bei alle 2 Stunden, Tag und Nacht. Egal, ob sie nun bebeikostet wurde oder nicht. Das änderte sich erst später gaaaanz allmählich. Jetzt, nach 2 1/4 Jahren, sind wir bei zweimal täglich stillen angelangt, morgens und abends einmal. Nachts ist es etwas mehr, aber erträglich und kein Vergleich mehr zu den Dauerstillnächten von früher. Kopf hoch, es wird schon!